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Keynotes

Manfred Broy

Vom Design Thinking zum Requirements Engineering: Vom "Warum" und "Wieso" zum "Was" und "Wie"

Dienstag, 06. März 2018, 09:15

 

 

Requirements Engineering ist vielleicht der wichtigste Teil der Software-Evolution. Falls es uns nicht gelingt, die Funktionalität, die der Endnutzer benötigt, korrekt zu spezifizieren, und falls es uns nicht gelingt, die geforderte Qualität korrekt zu identifizieren, besteht die Gefahr, dass ein System entwickelt wird, das nur teilweise oder vielleicht sogar völlig nutzlos ist. Im Prinzip gibt es zwei wichtige Schritte im Prozess des Requirements Engineerings. Die größte Herausforderung ist, die benötigte Funktionalität zu finden. Das ist eine schwierige Aufgabe und Techniken wie Design Thinking können hier helfen. Design Thinking ist ganz darauf ausgerichtet, Lösungen für Probleme zu finden und diese durch die Konstruktion eines Prototyps konkret zu machen. Dies ist ein kreativer Prozess, um Ideen zu entwickeln, wie die richtige Funktionalität eines Softwaresystems ausschauen könnte. Jedoch, wenn ein Prototyp vorliegt, ist man noch weit entfernt davon, einen guten Satz von Anforderungen zu besitzen. Deshalb ist es notwendig, eine Brücke zu finden von den Resultaten des Design Thinking-Prozesses zum Requirements Engineering, um alle Details einer Anforderungsspezifikation auszuarbeiten. Dieser Prozess ist beeinflusst von dem gewählten Entwicklungsmodell, wie etwa agiles oder konventionelles dokumentationsorientiertes Vorgehen. Design Thinking und Requirements Engineering ergänzen sich perfekt, um die kreative Identifikation der Funktionalität und der detaillierten Beschreibung der Funktionen, aber auch der Qualität von softwareintensiven Systemen sicher zu stellen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy war von 1989 bis 2015 ordentlicher Professor für Informatik am Institut für Informatik der Technischen Universität München. Er leitete den Lehrstuhl Software & Systems Engineering. Seine Forschungsarbeiten zielten auf die Beherrschung der Evolution leistungsstarker Software-Systeme durch den Einsatz wohldurchdachter Prozesse, langlebiger flexibler Softwarearchitekturen und moderner Werkzeuge auf Basis mathematisch und logisch fundierter Methoden. Seit Januar 2016 ist der Gründungspräsident des Zentrums Digitalisierung.Bayern.

Alexander Huber

Analogie von Berg und Beruf

Dienstag, 06. März 2018, 17:45

 

 

 

Analogie von Berg und Beruf

Ideen und Visionen erfolgreich umzusetzen setzt geschickte Strategie und Planung voraus – nur so lässt sich das vorhandene Potential voll ausschöpfen.

Engagement und Aktivität bringen die Träume auf den Weg.

Ausdauer und Selbstvertrauen lassen selbst aus Niederlagen Kraft schöpfen.

Werte und Ziele unterstützen den Weg vom kleinen Detail zum komplexen Ganzen.

Die Motivation aber wird dabei immer nur von der grundsätzlichen Freude und Leidenschaft am Schaffen generiert… Die Passion als Quelle der Kraft!

Das eingespielte Team beginnen Alexander und Thomas bereits in ihrer Kindheit zu bilden. Sie suchen gemeinsam nach Herausforderungen und tragen als Seilpartner aber dennoch Eigenverantwortung. Die Passion Berg steht als Metapher für das Leben und lässt Raum für Betrachtungen von beeindruckend bildgewaltigen Standpunkten… Denn es ist nicht der Berg, den man bezwingt, sondern immer nur das eigene Ich!

Alexander Huber

Der 1968 geborene staatlich geprüfte Berg- und Schiführer zog es 1998 vor, seine wissenschaftliche Laufbahn als Physiker an den Nagel zu hängen und einem unbekannten Weg in die Bergwelt zu folgen. Das Bergsteigen in jeder seiner Formen in den verschiedensten Ländern der Erde ist seine Passion. Durch Kraft und Wille konnte er sich seitdem immer wieder neue Träume erfüllen. Der elfte Grad im Sportklettern, erste Routen des elften Grades in alpinen Wänden, die Freikletterrouten und Speed-Rekorde an den Bigwalls des Yosemite, die erste Rotpunktbegehung der weltberühmten „Eternal Flame“ am Nameless Tower, die Erstbegehung der Westwand des Siebentausenders Latok II und die Free-Solo-Begehung der Direttissima an der Großen Zinne sind die Eckpunkte seines Lebens als Bergsteiger.

Darüberhinaus treten Alexander und sein Bruder Thomas auch erfolgreich in der Öffentlichkeit auf. Neben ihren fünf in vier Sprachen übersetzten Büchern sind es vor allem die mittlerweile mehr als 500 Vorträge, mit denen die Brüder weltweit ihr Publikum begeistern. Durch ihre bergsteigerischen Leistungen sowie durch die zahllosen in der Fachpresse veröffentlichten Artikel mit nicht weniger als 80 Titelseiten zählen die Brüder zu den erfolgreichsten Bergsteigern unserer Zeit. Doch sie begeistern auch die breite Öffentlichkeit, neben Artikeln in Spiegel, Stern, SZ, FAZ, BamS sind es zahlreiche Auftritte im Fernsehen wie Stern TV, Blickpunkt Sport, Kerner, TV Total, Mittagsmagazin, Maischberger, Kölner Treff, NDR Talkshow  und ZIB, in denen sie von ihren Grenzgängen erzählen. Im März 2007 erschien der mit dem Bayrischen Filmpreis und dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnete Film „Am Limit“ in den Kinos. Als Botschafter des bayerischen Sports wurden Thomas und Alexander im Juli 2008 mit dem Bayrischen Sportpreis ausgezeichnet.

Thorsten Weyer

RE im Zeitalter von Digitalisierung und autonomen Systemen

Mittwoch, 07. März 2018, 09:00

 

 

 

 

Die „Digitalisierung“ ist für viele Unternehmen der Kristallisationspunkt einer sich umfassend verändernden Wettbewerbsposition. Der digitale Wandel zeigt sich häufig in Form autonomer hochautomatisierter Systeme, die, unterstützt durch immer leistungsfähigere Infrastruktur, in der Lage sind, gemeinsam überordnete Ziel zu verfolgen, wie z.B. das automatisierte Kolonnen-Fahren auf Autobahnen, um Schadstoffausstoß und Verkehrsfluss zu optimieren.

Das RE ist zweifelsohne eine der Schlüsseldisziplinen zur Realisierung solcher Systeme. Dabei stellt sich allerdings die Frage, welche der altbewährten Techniken und Methoden noch tauglich sind und wie diese ggf. weiterentwickelt werden müssen. Diese Keynote beleuchtet die Herausforderungen für das RE und skizziert neue Wege, die das RE gehen sollte, um praxistaugliche methodische Antworten zu haben. Darüber hinaus werden Auswirkungen auf die Qualifikationsprofile und das Selbstverständnis der Requirements Engineers in der Systementwicklung diskutiert.

Dr. Thorsten Weyer leitet die Forschungsgruppe 'Requirements Engineering und konzeptioneller Entwurf' am ‚Ruhr Institute for Software Technology‘ (paluno) in Essen. Nach dem Informatikstudium an der Universität Koblenz promovierte er an der Universität Duisburg-Essen mit einer Arbeit zur automatischen Validierung von Anforderungen gegen Kontextmodelle.

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Thorsten Weyer eng mit Unternehmen aus den Branchen Automobilbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Industrieautomatisierung und Medizintechnik zusammen und hatte Leitungspositionen in einer Reihe von Forschungs- und Technologietransferprojekten inne. Er ist (Co-)Autor von mehr als 75 Veröffentlichungen auf den Gebieten Requirements Engineering und modellbasierte Softwareentwicklung für eingebettete, cyber-physische und vertrauenswürdige Systeme.

Er war Mitglied von Organisations- und Programmkomitees zahlreicher Tagungen und ist als (Gast-)Herausgeber und Gutachter für Fachzeitschriften tätig. Thorsten Weyer ist ordentliches Mitglied des International Requirements Engineering Board (IREB) und stellvertretender Vorsitzender des IREB Beirates.