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Product Velocity: In Rekordzeit vom Konzept zum marktreifen Produkt

Tag und Uhrzeit: Montag, 27. April 2026, 14:00 - 18:00 Uhr

Warum bringt BYD neue Autos in 18 Monaten auf die Straße, während VW noch von 48 auf 40 Monate will? Und wie schaffte GE die Entwicklung des „Opal Nugget Ice Maker“ in vier statt üblichen 18–24 Monaten? Was machen diese Organisationen anders und wie arbeiten sie? Was können wir daraus für unsere eigene Produktentwicklung lernen?

Dieser vierstündige Workshop vermittelt die zentralen Prinzipien aus realen Case Studies und zeigt, wie Product Velocity praktisch umgesetzt wird. Basierend auf dem für Ende 2026 geplanten Buch, kombiniert er konkrete Ansätze mit kurzen Übungen, die, wenn möglich, auf den Alltag der Teilnehmenden Bezug nehmen. Der Fokus liegt auf Praxis statt Theorie: Zum Beispiel, wie können Systemmodelle als Rückgrat die Evolution eines digitalen Zwillings unterstützen.

Vier Themenblöcke strukturieren den Workshop:

  1. Proof: Echte Fallstudien zeigen, dass Product Velocity funktioniert. Dazu muss eine Organisation den richtigen Mix aus Kultur, Methoden, Denkweisen, Werkzeugen, Datenstrukturen und Prozessen finden.
  2. Value Thinking: Gemeinsame Ausrichtung entsteht, wenn Wertströme sichtbar, messbar und zur Grundlage aller Entscheidungen werden.
  3. Architect for Flow: Organisation und Prozesse werden so gestaltet, dass Arbeit ungehindert fließt und Teams kontinuierlich liefern können.
  4. Shift Left: Wie Simulation, digitale Zwillinge und automatisierte Tests Entwicklungszyklen radikal verkürzen.

Zum Abschluss reflektieren wir noch über Betrieb und Weiterentwicklung (Accelerate), und schauen uns an, wie eine bestehende Organisation Schritt für Schritt zur Product Velocity transformiert werden kann.

Workshopgestaltung: Vortrag mit Gruppenübungen

Lernziele:

  • Verstehen, welche Faktoren es ermöglichen, die Entwicklung physische Produkte zu beschleunigen.
  • Die Prinzipien von Product Velocity anhand realer Fallstudien nachvollziehen und auf die eigene Organisation übertragen.
  • Methoden kennen, um Wertströme messbar zu machen und organisatorische Blockaden zu beseitigen
  • Ansätze erarbeiten, wie Architektur, Prozesse und Teams so gestaltet werden, dass Entwicklung fließt.
  • Potenziale für frühzeitige Integration, Simulation und Automatisierung erkennen.

Voraussetzungen für die Teilnahme am Workshop: 

  • Grundverständnis moderner Produktentwicklung (z. B. Systems Engineering, agile Methoden oder PLM/ALM).
  • Interesse an organisatorischer und technischer Beschleunigung von Entwicklungsprozessen.
  • Bereitschaft, eigene Erfahrungen oder ein Produktbeispiel in Übungen einzubringen.

Workshop-Level: Fortgeschrittene

Welches Equipment sollen die Workshopteilnehmer mitbringen? (z.B. Notebook, Tablet, usw.): N/A

Agenda des Workshops:

Hinweis: Für die Übungen arbeiten wir in Gruppen von 3–5 Personen. Teams können mit ihrem eigenen Produkt arbeiten (empfohlen für gemeinsame Teilnehmende) oder das bereitgestellte Beispielprojekt nutzen.

  • Einführung in Product Velocity
    • Erfolgreiche Case Studies und der Aufwand, um vergleichbare Ergebnisse zu erreichen
    • Metriken zur Bewertung von Product Velocity
    • Die Rolle von Automatisierung
    • Assessment-Framework für Product Velocity
    • Übung: Selbstbewertung der eigenen Organisation hinsichtlich Product Velocity
  • Define & Align (Value Thinking)
    • Erfolgskriterien definieren, messbar machen und überprüfen
    • Werteflüsse identifizieren und Blocker beseitigen
    • Mit MVPs frühzeitig Kundenwert validieren
    • Wissen erfassen, teilen und institutionalisieren
    • Übung: Wertefluss für eigenes Projekt oder Beispielprojekt erarbeiten
  • Design & Build (Architect for Flow)
    • Industrial DevOps: DevOps-Prinzipien für Hardware anwenden
    • Artefakte menschen- und maschinenlesbar gestalten
    • Bedeutung von Schnittstellen und Produktarchitektur
    • Produktlebenszyklus effektiv managen
    • Übung: Systemmodelle parametrisieren und im Design einsetzen
  • Integrate & Validate (Shift Left)
    • Frühe Integration als Schlüssel zur Beschleunigung
    • Taktiken: 3D-Druck, Simulation, Komponentenersatz u. a.
    • Umgang mit unterschiedlichen Produktkategorien
    • Zusammenarbeit mit Lieferanten und Nutzung von Standardkomponenten
    • Übung: Potenziale für „Shift Left“ im eigenen Kontext identifizieren
  • Abschluss
    • Kurzer Ausblick auf den fünften Block: Operate & Evolve (Accelerate)
    • Branchenübergreifender Blick auf Reifegrade von Product Velocity
    • Feedbackrunde

Dr. Michael Jastram

Michael hat eine Leidenschaft für die Entwicklung komplexer Produkte. Ausgebildet als Naval Architect am MIT., begann seine Karriere in der Softwareentwicklung und wechselte schnell zur Software- und Systemarchitektur. Bald erkannte er die Bedeutung der Modellierung für das Management von Komplexität, was zu seiner Promotion zum Thema Anforderungsmodulierung führte. Aktuell setzt er sich intensiv mit Methoden und Werkzeugen zu System- und Designmodellierung auseinander. Als Gründer von Formal Mind hilft er Kunden, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Er ist außerdem Autor des Newsletters SE-Trends, der nun bereits im zehnten Jahr erscheint. Aktuell arbeitet er an dem Buch Product Velocity, das Ende 2026 im MIT Press-Verlag erscheinen wird.

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