Zwischen Zeilen und Zielen: RE-Basics mit Fokus Kommunikation
Tag und Uhrzeit: 27. April 2026, 09:00 - 13:00 Uhr
Requirements Engineering ist bei weitem nicht nur das Pauken schlauer Wörter und fleißiges Aufschreiben aller Wünsche, die uns die Stakeholder mitteilen. Zwischen Zeilen und Zielen muss ein angehender Requirements Engineer für sich lernen, sich an der ewigen Schnittstelle wohlzufühlen. Genau das werden wir in diesem Workshop üben: zum Start kümmern wir uns um die Grundlagen und Buzzwords– denn ein bisschen Fachsprache schadet nie. Danach geht es direkt los mit “dem” Ablauf zur Erhebung von Anforderungen. Im ständigen Meinungsaustausch und mit ausgewählten praktischen Übungen zur Entdeckung neuer persönlichen Strategien und Stärken, möchten wir uns das Thema der gelungenen Kommunikation annähern. Denn erfolgreiches RE und Kommunikation hängen stärker zusammen, als man es manchmal denken würde.
Zum Schluss besteht die Möglichkeit, sich über weiterführende Themen der Gesprächsführung auszutauschen. Insbesondere das Arbeiten in cross-funktionalen Teams in international ausgerichteten Unternehmen kann hierbei unter die Lupe genommen werden.
Ob RE-Neuling oder bereits mit etwas Erfahrung – alle sind herzlich willkommen!
Workshopgestaltung: ständige Diskussion mit den Teilnehmern gepaart mit einigen praktischen Übungen zur besseren Vergegenwärtigung von besprochenen Effekten.
Lernziele:
- Erlangung/Auffrischung von Requirements Engineering Basics
- Erkennen vom roten Faden bei Wünschen der Stakeholder
- Ausbau der persönlichen Kommunikationsstrategien im Requirements Engineering
- Zuhören als Softskill zur achtsamen Anforderungserhebung
- Selbstbewusstes Angehen von neuen Spezifizierungsversuchen
Voraussetzungen für die Teilnahme am Workshop:
- Interesse am zielstrebigen Requirements Engineering
- Neugier auf Effekte der Kommunikation im (beruflichen) Alltag
- Lust aufs Reden, aber auch Zuhören :)
Workshop-Level: Einsteiger
Welches Equipment sollen die Workshopteilnehmer mitbringen? (z.B. Notebook, Tablet, usw.): kein zusätzliches Equipment notwendig
Agenda des Workshops:
1. Was ist Requirements Engineering? (Let's talk basics) - 1h
a. Impulsspiel (und indirekte Abfrage des Vorwissens): welche RE-Begriffe und -Fachwörter kennen die Teilnehmer schon? Anschließende Besprechung einzelner Begriffe und Festigung des Fachvokabulars.
b. Anforderungsbacklog: Use Cases, User Stories, Shall-Sätze und ihre Verwaltung in RE-Tools. Was kann, was muss, aber was möchte ich wiederum auch nicht haben? Besprechen von Basics, Auf-stellen von Thesen und ihre Diskussion im Plenum.
c. Meinungsbild zu eigenen Erhebungstaktiken im Beruf erstellen: was davon läuft gut, woran hapert es noch?
d. Ergebnisse zusammenfassen und auf das Wesentliche bringen.
2. Erhebung und Spezifizierung von Anforderung from the scratch - 2 h
a. RE im Projekt initial aufsetzen: Wie gehe ich das an, damit es gut läuft? Besprechung von Aktivitäten und Artefakten zum Anfang, Projektmitte und –ende.
b. Modellierungsmethoden: Was davon hilft mir und was hilft dem Gegenüber, ohne ihn zu verwirren? Thematisieren von UML-Diagrammen, dabei vor allem Use-Case-Diagramme. Besprechung und Entwicklung von individuellen Visualisierungs- und Modellierungstaktiken
c. Zusammenfassen der Ergebnisse und gemeinsame Beantwortung der Fokusfrage: Worauf kommt es wirklich an? -> Antwort: dem Stakeholder auf dem Weg zur erfolgreichen Anforderungsbeschreibung zu verhelfen, den Roten Faden erkennen und die entsprechende Priorisierung vorzunehmen.
3. Kommunikationsspiel als Übung dazu - 30 Min.
Paarweise werden Anforderungen ausgetauscht. Pro Gruppe trägt ein Gesprächspartner die Rolle des Hauptstakeholders, der andere ist der RE-Experte. Der Hauptstakeholder fertigt zunächst für sich eine Skizze eines Produktes an. Anschließend werden die Anforderungen zwischen beiden Parteien nur mündlich ausgetauscht. Zum Schluss darf der RE-Experte eine Skizze der verstandenen Produktspezifikation selbstständig anfertigen. Es gelten zusätzliche Spielregeln wie etwa eine Beschränkung der maximalen Anzahl von Produktfeatures, damit der Lerneffekt nicht von inhaltlichen Details verloren geht. Abschließend werden die Ergebnisse im Plenum besprochen und Learnings gesammelt.
4. Besprechung weiterer Kommunikationsstrategien - 30 Min.
Hierzu werden verschiedene Beispiele und Übungen zum Thema Sprache und Kommunikation vorbereitet, die nach Interesse und Bedarf der Teilenehmer gezeigt und besprochen werden können. Eines der Beispiele: Arbeit in internationalen cross-funktionalen Teams.

Mia Zipalovic
Mia Zipalovic ist als Beraterin im Bereich Requirements Engineering tätig. Sie unterstützt Unternehmen bei der Erhebung, Analyse und Optimierung von funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen. Zudem erstellt sie Modelle und Visualisierungen von Geschäftsprozessen, um komplexe Abläufe verständlich darzustellen und die Grundlage für effiziente IT- und Digitalisierungsprojekte zu schaffen. Dabei legt sie Wert auf klare Kommunikation, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und freundliche Arbeitsatmosphäre.

