Funktionsorientierte Entwicklung im Systems Engineering: Wirkketten verstehen, gestalten und kommunizieren
Tag und Uhrzeit: Montag, 27. April 2026, 09:00 - 13:00 Uhr
Dieser praxisorientierte Workshop vermittelt Ihnen die Grundlagen der funktionsorientierten Entwicklung im Kontext des Systems Engineering. Im Fokus steht das Verständnis sowie die Anwendung sogenannter Wirkketten – also funktionaler Zusammenhänge innerhalb und zwischen Systemen, beginnend bei Kundenwünschen über Funktionen bis hin zu den Wirkprinzipien. Nach einer kurzen Einführung in Theorie und Methodik erfolgt eine interaktive Gruppenübung. Die Teilnehmenden übernehmen unterschiedliche Rollen (z. B. Kundenvertretung, Systemverantwortliche, Funktionsverantwortliche) und spezifizieren auf Basis fiktiver Kundenanforderungen vollständige Wirkketten für mehrere Systeme.
Besondere Bedeutung kommt der funktionsübergreifenden Kommunikation über die Systemschnittstellen zu. Den Abschluss bildet eine strukturierte Reflexion der Erfahrungen, ergänzt durch eine kurze „Verkaufsrunde“, in der die Gruppen ihre entwickelten Funktionen vorstellen. Ziel ist es, methodische sowie kommunikative Kompetenzen zur funktionsorientierten Entwicklung zu stärken – zentrale Fähigkeiten für komplexe SE-Projekte.
Workshopgestaltung: Kurzer Vortrag mit anschließendem Rollenspiel und gemeinsamer Diskussion der Ergebnisse
Lernziele:
Der Workshop soll die Fähigkeit fördern, komplexe funktionale Zusammenhänge systematisch zu erfassen und interdisziplinär abzustimmen, im Detail:
- was funktionsorientierte Entwicklung auszeichnet,
- wie Wirkketten aufgebaut und methodisch genutzt werden,
- wie man funktionsübergreifende Kommunikation gestaltet und dokumentiert,
- und welche Bedeutung eine klare Rollendefinition im Entwicklungsprozess hat.
Voraussetzungen für die Teilnahme am Workshop:
- Interesse an Requirements und Systems Engineering
- Spaß an der interaktiven Zusammenarbeit im Team
- Offen sein für die rollenbasierte Workshops
Workshop-Level: Einsteiger
Welches Equipment sollen die Workshopteilnehmer mitbringen? (z.B. Notebook, Tablet, usw.): kein technisches Equipment erforderlich
Agenda des Workshops:
- Begrüßung und Einführung in das Thema
- Vorstellung der Vorgehensweise mit konkretem Beispiel
- Gruppeneinteilung & Aufgabenstellung
- Gruppenarbeit: Ableitung von Funktionen aus Kundenwünschen, Entwicklung der Wirkkette(n), Kommunikation über Systemgrenzen hinweg
- Vorbereitung der „Verkaufsrunde“
- „Verkaufsrunde“ & gemeinsame Reflexion
- Zusammenfassung und Abschluss

Anuschka Gummel
Anuschka Gummel ist Senior Consultant bei der BHC GmbH und begleitet seit 2018 Unternehmen bei der Einführung und Umsetzung von MBSE-, Requirements-Engineering- und Lifecycle-Management-Projekten. Als Wirtschaftsingenieurin legt sie besonderen Wert darauf, Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen zu vernetzen und eine gemeinsame Sprache in der Produktentwicklung zu schaffen. Ihre Schwerpunkte liegen in der Gestaltung effizienter Prozesse, praxistauglicher Methoden und einer durchgängigen Rückverfolgbarkeit in komplexen Toolchains. Mit einem ausgeprägten Qualitätsbewusstsein und einem tiefen Verständnis für Datenmodelle bringt sie Struktur und Klarheit in Entwicklungsprojekte und sorgt dafür, dass Konzepte auch praktisch umsetzbar bleiben. Als Referentin vermittelt sie praxisnah, wie funktionsorientierte Entwicklung mit MBSE gelingt und wie Daten, KI und intelligente Verknüpfungsstrategien neue Impulse in der Produktentwicklung setzen.

Jochen Epple
Jochen Epple verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in mittelständischen Unternehmen sowie im Rahmen
verschiedener Softwareprojekte. Seit 2002 ist er in der Forschung & Entwicklung der Mercedes-Benz AG tätig. Er
arbeitete im Produktentwicklungsprozess von Mercedes und im Projektmanagement der Mercedes C-/ E-Klasse.
Seit März 2015 ist er in leitender Position bei MBSE Platform and Solutions tätig, die den funktionalen Prototypen
bei Mercedes-Benz auf Basis des modellbasierten Systems Engineering einführt. Aktuell beschäftigt er sich
mit der Nachvollziehbarkeit von der Kundenfunktion bis zum Einsatz von Fahrzeugsoftware anhand von Wirkungsketten
und modernen Modellierungsmethoden, unter anderem auf Basis der IBM ELM-Plattform.

